Zukunftsorientiert und verantwortungsvoll handeln

Bericht zur Corporate Social Responsibility veröffentlicht

Wir leben in einer Zeit einschneidender Veränderungen und weltweiter Herausforderungen. Die Zunahme geopolitischer und ökonomischer Unsicherheiten, demografische Faktoren, veränderte gesellschaftliche Werte, die Ressourcenknappheit, der Klimawandel sowie neue Mobilitätskonzepte und Produktionsmaximen wie Industrie 4.0 sind dabei nur einige Stichworte. Das Interesse der Öffentlichkeit an Nachhaltigkeit, Umwelt- und Naturschutz steigt. Immer intensiver wird dabei auch von Unternehmen gefordert, einen Beitrag zu einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung zu leisten.

Die Unternehmen innerhalb der Rheinmetall Group engagieren sich auf vielfältige Weise für Umwelt und Gesellschaft und kürzlich erschien auch der erste Bericht zur Corporate Social Responsibility (CSR). Warum dieser Bereich in der Gruppe einen hohen Stellenwert hat, erklären im Interview Ursula Pohen, verantwortlich für CSR auf Konzernebene sowie im Unternehmensbereich Defence, und Annemarie Köhler, die CSR bei Rheinmetall Automotive verantwortet.

 

Zunächst eine grundsätzliche Frage: Was versteht man unter Corporate Social Responsibility?

Ursula Pohen: Corporate Social Responsibility, kurz CSR, umfasst die Verantwortung von Unternehmen für die Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf die Gesellschaft. Dies beinhaltet ökonomische, ökologische und soziale Aspekte. Konkret geht es beispielsweise um faire Geschäftspraktiken, eine mitarbeiterorientierte Personalpolitik, den sparsamen Einsatz von natürlichen Ressourcen, den Schutz von Klima, Natur und Umwelt, ein ernst gemeintes soziales und gesellschaftliches Engagement vor Ort und die Übernahme von Verantwortung gerade auch in der Lieferkette. 

War das Neuland für das Unternehmen?

Ursula Pohen: Nein, in der Rheinmetall Group ist Nachhaltigkeit nichts Neues, und kein „Buzz word“, sondern schon seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Der Vorstand bekennt sich zu einer ganzheitlichen, transparenten, auf langfristigen wirtschaftlichen Erfolg ausgelegten Unternehmensführung, die neben ökologischen eben auch soziale und Corporate-Governance-Aspekte in die Geschäftstätigkeit integriert. Verantwortung zu übernehmen war dabei schon immer selbstverständlich.

 

Jetzt ist der erste Nachhaltigkeitsbericht erschienen. Was war ausschlaggebend dafür?

Ursula Pohen: Das Unternehmen berichtet schon seit 2011 im Geschäftsbericht und auf seiner Website über CSR. Die inhaltlichen und strukturellen Anforderungen an die Berichterstattung zu Nachhaltigkeitsthemen sind in den vergangenen Jahren jedoch deutlich gestiegen. Ein Trend, der sich nicht nur durch nationale Initiativen, internationale Standards und CSR-Indices sondern auch durch Gesetzgebungen verstärkt. In Deutschland werden durch das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz bestimmte große kapitalmarktorientierte Unternehmen sowie große Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen beginnend mit dem Geschäftsjahr 2017 verpflichtet, über wesentliche nichtfinanzielle Aspekte zu berichten. Die Berichterstattung umfasst dabei mindestens Angaben zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung.

Annemarie Köhler: Unsere Stakeholder, dazu zählen Aktionäre, Kunden, Mitarbeiter, Bewerber, Investoren, Lieferanten, Analysten, Kreditgeber, Medien sowie die lokalen Communities an unseren Standorten und natürlich die Öffentlichkeit im Allgemeinen erwarten transparente, aussagekräftige und nachvollziehbare Informationen darüber, wie unsere Unternehmensgruppe mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung umgeht. Was wir tun, wie und warum. Mit dem CSR-Bericht, der sich am international führenden Standard der Global Reporting Initiative in der Version 4.0 orientiert, stellen wir in einer Tour d’horizon viele Beispiele für verantwortungsvolles Handeln quer durch die Gruppe vor.

Gab es von der Gesetzgebung einmal abgesehen ­noch weitere Gründe für die Veröffentlichung?

Annemarie Köhler: Als im deutschen Börsenindex MDax gelistetes Unternehmen stehen wir natürlich in der Öffentlichkeit. Aber auch Kunden und Geschäftspartner benötigen von uns detaillierte Informationen zu Organisation, Strukturen und Vorgehensweisen im Bereich CSR. Vor allem die umfassende Evaluierung der Lieferkette im Hinblick auf Nachhaltigkeit wird immer wichtiger. Die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards entlang der gesamten Wertschöpfungskette muss sichergestellt sein. Für Rheinmetall Automotive beispielsweise sind die Leitprinzipien der Industriestandards von AIAG und der European Automotive Working Group on Supply Chain Sustainability in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Alle bedeutenden Hersteller arbeiten daran, diese Standards zu erfüllen und entlang der Lieferkette weiterzugeben.

Ursula Pohen: Hinzu kommt, dass auch Umwelt-, Nachhaltigkeits- und Menschenrechtsaspekte vermehrt in Entscheidungsfindungsprozesse von Investoren einfließen. Ratingagenturen bewerten insofern auch Rheinmetall in Bezug auf Compliance-, Corporate Governance-, HR- und Umweltaspekte. Mit dem für den CSR-Bericht strukturiert aufbereiteten Datenmaterial können wir Anfragen nun umfassender und ausführlicher beantworten. Wir haben hier die Chance, in den Ratings besser abzuschneiden. Zudem können wir dadurch unsere CSR-Aktivitäten noch gezielter weiterentwickeln, konzernweit Kampagnen zu einzelnen Themenkomplexen starten und unsere Ziele leichter planen.

 

Welche Themen glauben Sie überraschen den Leser des CSR-Berichts?

Ursula Pohen: Viele ökologische und gesellschaftliche Aspekte unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten sind in der Öffentlichkeit wenig bekannt oder werden nicht unbedingt mit uns in Verbindung gebracht. Hierzu zählt neben dem Engagement für den Natur- und Tierschutz auf Werksgeländen in Deutschland, der Schweiz und Südafrika beispielsweise die Schaffung von 100 Ausbildungs- und Praktikumsplätzen als Integrationshilfe für nach Deutschland gekommene Flüchtlinge. Und auch ganze städtebauliche Stadtteilentwicklungen in Düsseldorf und Hamburg gehören dazu.

Wie ist das Thema Nachhaltigkeit in der Unternehmensorganisation verankert?

Annemarie Köhler:  Zunächst einmal ist das Thema Nachhaltigkeit direkt dem Zuständigkeitsbereich des Vorstandsvorsitzenden der Rheinmetall AG zugeordnet. Im Jahr 2014 haben wir aufgrund der fortschreitenden Entwicklungen in diesem Sektor den Bereich neu strukturiert. Das Corporate Responsibility Panel, in dem Führungskräfte aller Divisionen sowie der Managementholding vertreten sind, treibt den Ausbau der Nachhaltigkeitsaktivitäten voran. Die Themenfelder bilden Corporate Governance, Corporate Citizenship sowie Corporate Social Responsibility mit den Schwerpunkten ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung.

Gilt das auch im Bereich Produktion?

Annemarie Köhler: Absolut. Der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen wird bei uns als integraler Bestandteil des Managementsystems verstanden. Der überlegte Umgang mit Material, Energie, Wasser und Abfällen sowie die Vermeidung schädlicher Auswirkungen auf die Umwelt in den Geschäfts- und Produktionsprozessen gehören zu den zentralen unternehmerischen Handlungsgrundlagen der Gesellschaften. Dadurch wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern zugleich können so auch Kosten verringert werden. Außerdem sind aktuell 40 Gesellschaften und Standorte gemäß ISO 14001 laut ISO 50001 sowie acht nach OHSAS 18001 zertifiziert – Tendenz steigend.

Welche Nachhaltigkeits-Aktivitäten sind aus Ihrer Sicht für die Mitarbeiter der Rheinmetall Group wichtig?

Annemarie Köhler: Ich denke, dass die vielfältigen Weiterbildungsprogramme, die zahlreichen Angebote in Richtung Work-Life-Balance und die häufigen Veranstaltungen im Rahmen des Gesundheitsmanagements bei unseren Kolleginnen und Kollegen sehr gut ankommen. Positiv bewertet wird zudem das Engagement der Rheinmetall Group in den Bereichen Wissenschaft, Bildung, Sport und bei regionalen Hilfsprojekten.

Nachhaltigkeitsbericht 2017

Der Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert die Verantwortung der Rheinmetall Group in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht. Den vollständigen Bericht gibt es hier als Download: 

www.rheinmetall-automotive.com/unternehmen/informationsmaterial/nachhaltigkeitsbericht