Wellenreiten ohne Wellen

E-Surfboards – der neueste Trend an den Stränden

„If everybody had an ocean, across the USA, then everybody’d be surfin’ ...“ heißt es schon bei den Beach Boys. Dass irgendwann die Menschen auch ohne Wind und Wellen surfen können – das hätten sich die Kalifornier wahrscheinlich nicht träumen lassen. Das E-Surfboard macht’s möglich.

Staunen würden die Beach Boys sicherlich auch über die hohe Geschwindigkeit, mit der die Bretter übers Wasser flitzen. Mehr als 50 km/h erreichen die Spitzenmodelle – eine Geschwindigkeit, die Wellenreiter ohne Antrieb nur bei optimalen Bedingungen und mit viel Können erreichen. Die verbauten Batterien ermöglichen mit einer Ladung zwischen 30 und 60 Minuten Spaß auf dem Wasser. Das E-Board ist gerade für Anfänger sehr attraktiv. Während „echtes“ Surfen ohne jahrelanges Training, einen hervorragenden Gleichgewichtssinn und körperliche Fitness meist mit einem abrupten Sturz ins Wasser endet, sind die Stromer recht einfach zu beherrschen. Von Wellensport-Puristen ernten E-Surfer daher auch schonmal einen frechen Spruch. Das war aber in den Anfangszeiten der E-Bikes auch nicht anders, als diesen das Image eines „Rentnerfahrrads“ anhing. Davon ist heute keine Rede mehr – und wahrscheinlich werden sich auch die E-Surfer in Zukunft etablieren.

Electric Surfboards

Grundsätzlich werden die elektrischen Surfbretter auf zwei verschiedene Arten angetrieben. Bei der ersten Variante sorgt eine Schraube für den Vortrieb, ähnlich wie bei einem Außenbordmotor. Technisch interessanter ist die zweite Lösung: der Jet-Antrieb. Hier wird Wasser angesaugt und unter hohem Druck wieder ausgestoßen. Der entstehende Strahl bewirkt einen starken Rückstoß und treibt so das Brett an. Das gleiche Prinzip findet übrigens auch bei Jetskis Anwendung. Bretter mit Jet-Antrieb sind schneller und wendiger als die propellergetriebenen Varianten – allerdings auch teurer.

Das E-Surfbrett nimmt unter den elektrisch angetriebenen Fahrzeugen eine besondere Stellung ein: Anders als bei Autos oder Zweirädern wird hier nicht einfach ein Verbrennungsmotor ersetzt, sondern der unkomplizierte E-Motor ermöglicht überhaupt erst eine massenmarkttaugliche Motorisierung. Das E-Surfbrett zeigt damit eindrucksvoll, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten von elektrischen Antrieben sind.