Wege in die Zukunft beschreiben

Auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern

NEO 3.0 heißt das aktuelle NEO-Team von Rheinmetall Automotive. Eine fünfköpfige Mannschaft versucht ein Jahr lang, die bislang bekannte Arbeitswelt auf den Kopf zu stellen und aus ungewöhnlichen, neuen Perspektiven heraus die Zukunft zu beleuchten.

Im Jahr 2015 startete der Vorstand von Rheinmetall Automotive das Programm NEO. Jedes Jahr wurde seither ein Team aus Bewerbern und empfohlenen Mitarbeitern rekrutiert und stellte sich Mitarbeiterin: Marc Carrier kommt von Rheinmetall Canada, Vytautas Ladyga von Pierburg Pump Technology und Arne Fiala von KS Gleitlager, Frank Bildstein gehört zu Rheinmetall Electronics und Aleksandra Glišić zu MS Motorservice International. Neu ist, dass die Teammitglieder nicht wie bislang nur aus der Automotive-Sparte des Rheinmetall-Konzerns kommen. Mit Marc Carrier und Frank Bildstein befinden sich unter ihnen auch zwei Mitarbeiter aus dem Defence-Bereich der Rheinmetall AG. Sie alle arbeiten für ein Jahr völlig losgelöst von ihrem jeweiligen ursprünglichen Aufgabenbereich und außerhalb der üblichen hierarchischen Strukturen eigenständig im NEO-Team. Neu ist auch, dass die kleine Truppe nicht komplett am Automotive-Hauptsitz in Neckarsulm versammelt ist. Vielmehr arbeiten die Teammitglieder international und ortsübergreifend zusammen. Marc Carrier sitzt in Kanada, Vytautas Ladyga in Neuss, Frank Bildstein in Bremen. Arne Fiala und Aleksandra Glišić haben ihren Hauptarbeitsplatz am NEO-Hub in Neckarsulm und sind dort – mehr oder weniger – permanent vor Ort. 

New Business Possibilities

Das Thema, dem sich die diesjährigen NEOs widmen, lautet „Designing New Business Possibilities for 2040“. Praktisch umgesetzt bedeutet dies für die Mannschaft: Kernkompetenzen von Rheinmetall Automotive und Rheinmetall Defence müssen analysiert und – darauf aufbauend – Geschäftsfelder erarbeitet werden, die bis zum Jahr 2040 neue Tätigkeitsfelder darstellen könnten. Die Leitfragen, die sich das Team dabei stellt, sind unter anderem: Welche Akteure werden den Rheinmetall-Konzern im Jahr 2040 beeinflussen? Wie müssen wir uns heute aufstellen, um 2040 eine wichtige Rolle zu spielen? „Um mögliche Antworten zu finden, haben wir beispielsweise die Konzernstruktur mit allen Stakeholdern mithilfe von ‚Lego Serious Play‘, einer Darstellungsmethode zum Querdenken, nachgebaut“, berichtet Aleksandra Glišić. „Wertvolle Impulse bekamen wir auch durch Interviews mit 30 Top-Führungskräften der gesamten Rheinmetall Group, anhand derer wir Stärken und Schwächen des Unternehmens identifizieren konnten.“ Das Team befasst sich darüber hinaus eingehend mit dem Thema Smart Cities. Ziel dieser neuen Form von Städten ist es, das Leben, Arbeiten und Wohnen im urbanen Raum durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien nachhaltig effektiver und attraktiver zu gestalten. Mobilität und Sicherheit sind zwei wesentliche Eckpfeiler der Smart Cities. Dies eröffnet Rheinmetall als Technologiekonzern für beide Themenfelder zahlreiche Möglichkeiten für neue Geschäftsideen. „Der Handlungsbedarf der Städte wird angesichts aktueller und zukünftiger Herausforderungen wie dem Klimawandel, der zunehmenden Urbanisierung und Individualisierung, Naturkatastrophen und Ressourcenknappheit steigen“, ist Frank Bildstein überzeugt. 

Kreatives Netzwerk

Ein wichtiger Baustein ist immer der direkte Austausch mit Horst Binnig, dem Vorstandsvorsitzenden von Rheinmetall Automotive, sowie diversen Strategie- und Development-Abteilungen. Eng ist außerdem der Kontakt zu den vorherigen NEO-Generationen, mit denen ein regelmäßiger Austausch besteht. „Wir pflegen aber auch Kontakte außerhalb des Unternehmens und arbeiten beispielsweise mit Forschungseinrichtungen zusammen oder besuchen Konferenzen und Vortrage“, erklärt Arne Fiala. Die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentiert NEO 3.0 drei- bis viermal im Jahr dem Vorstand und dem Automotive Executive Board (AEB) von Rheinmetall Automotive bei sogenannten Pit Stops. Noch für dieses Jahr ist als Highlight ein Zukunftstag für die 40 oberen Führungskräfte von Rheinmetall Automotive geplant, der von allen bisherigen NEO-Teams – NEO 1.0, 2.0 und 3.0 – organisiert wird.