Vorteile durch Vielfalt

Diversity wird immer wichtiger

Immer mehr Unternehmen realisieren, dass sie bereits heute über großes personelles Potenzial allein durch die Vielfalt ihrer Mitarbeiter verfügen. Ein Potenzial, das allerdings bislang nicht adäquat genutzt wurde. Unter dem Oberbegriff Diversity entwickeln sie daher Strategien und Maßnahmen, die dazu dienen sollen, diese Vielfalt – sei sie im Unternehmen oder außerhalb – besser einzusetzen.

Diversity verfolgt dabei ein Credo: Mitarbeiter unterschiedlichen Alters, gemischten Geschlechts oder verschiedener ethnischer Herkunft mit und ohne Behinderung können in ihrer gemeinsamen Zusammenarbeit mehr erreichen.

Vielfalt konsequent fördern

Sie bringen jeweils andere Sichtweisen und Ansätze mit und gelangen dadurch zu ganz unterschiedlichen Ideen und Vorstellungen, die in ihrer Quintessenz Vorteile für die Unternehmen mit sich bringen können. Die Rheinmetall Group hat sich zum Ziel gesetzt, diese Vielfalt in Zukunft konsequent zu fördern. Dabei macht das Unternehmen aber nicht an seinen Werkstoren halt. Ein Beispiel ist dabei eine Initiative der Neusser Pierburg GmbH. Gemeinsam mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen wurde bei dem Automobilzulieferer eine Projektgruppe aus Studentinnen ins Leben gerufen, die studienbegleitend ein klar definiertes Projekt als Aufgabenstellung erhalten und dabei mit ihrer externen Sicht neue Erkenntnisse für das Unternehmen und dessen Arbeitsabläufe und Prozesse gewinnen sollen.

Erfahrungen für spätere Berufslaufbahn sammeln

Win-win-Situation bei diesem gemeinsamen Vorhaben: Die studentischen Beraterinnen engagieren sich beim Sigma Women Training der RWTH und sammeln auf diese Weise Erfahrungen im Projektmanagement für ihre spätere Berufslaufbahn. Gleichzeitig erwerben sie die Qualifikation eines „Green Belt“, eine der Entwicklungsstufen im Rahmen der Six-Sigma-Ausbildung. Dies ist eine heute in der Industrie extrem nachgefragte Qualifikation im Hinblick auf die Optimierung von Verfahren und Geschäftsprozessen. Das Neusser Traditionsunternehmen freut sich über zusätzliche „Frauenpower“ und die kurz vor ihrem Masterabschluss stehenden Studentinnen sehen in dieser Form der Zusammenarbeit auch eine spannende Möglichkeit, die eigene Methodenkompetenz zu verbessern und an der Optimierung von Prozessen in der Realität mitarbeiten zu können. Und womöglich gewinnt man ja so auch gleich einen Einblick in die Unternehmenswirklichkeit eines künftigen Arbeitgebers.

Ramona Hofmann, Leiterin Diversity Management bei Rheinmetall Automotive

Nachgefragt

Der Begriff Diversity beschränkt sich ja nicht allein auf die Förderung von Frauen?

Vollkommen richtig, aber wenn Sie sehen, dass der Frauenanteil in Führungspositionen immer noch deutlich geringer ist als bei den Männern, dann wird klar, wo der Schuh besonders drückt. Wir gehen deshalb das Thema der Förderung von weiblichem Nachwuchs konsequent an, aber beschränken es natürlich nicht allein auf die Geschlechterverteilung.

Wie gehen Sie dabei vor?

Ein Weg ist für uns die Intensivierung der Zusammenarbeit mit Schulen und Universitäten, wie es beispielsweise gerade Pierburg macht. Durch diesen stärkeren Austausch haben wir die Möglichkeit, junge Frauen für technische Berufe zu interessieren, und hoffen so, bei unseren Nachwuchskräften den Frauenanteil mit Führungspotenzial deutlich steigern zu können.

Wo liegen für Sie die Vorteile einer funktionierenden Diversity-Kultur?

Die Vielfalt im Arbeitsalltag bereichert auch die Abläufe in den Unternehmen, denn Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungshintergründen bringen diese auch in ihre tägliche Arbeit ein. Damit können viele Abläufe, Prozesse oder Entwicklungsschritte in Unternehmen oder Organisationen auf ganz einfache Weise verbessert oder gar beschleunigt werden. Und das kommt letztendlich allen zugute.