Pierburg feiert
Jubiläum in Hartha

Seit 1992 fester Bestandteil der Werksstruktur

Seit genau 25 Jahren ist das Pumpenwerk in Hartha fester Bestandteil der Werksstruktur des Neusser Automobilzulieferers Pierburg. Das zur Rheinmetall Automotive AG gehörende Unternehmen begeht an seinem Standort in Hartha/Sachsen in diesem Jahr sogar ein dreifaches Jubiläum.

Dabei markieren die  Jahre 1922, 1937 und schließlich der Erwerb 1992 wichtige Meilensteine in der Firmengeschichte des Traditionsbetriebes im Landkreis Döbeln. Im Jahre 1922 taten sich die Kaufleute Oemig und Sander in Hartha zusammen und begannen mit 25 Beschäftigten an der Dresdener Straße Elektrokleinmotoren herzustellen. Bereits drei Jahre später waren die ersten Betriebsräume der Alfred Oemig & Co. AG schon zu klein geworden. Und so zog der Betrieb im Dezember 1925 das erste Mal um, und zwar in die ehemalige Zigarrenfabrik Gustav Oemig an der Dresdener Straße 99.

Mit wachsender Mitarbeiterzahl und umfangreicher werdendem Produktions­programm war aber auch hier nach einigen Jahren die Grenze der Kapazität erreicht. Im Jahre 1937 – vor nunmehr 80 Jahren – wurde deshalb an der heutigen Sonnenstraße ein neuer Betrieb errichtet, in dem 280 Personen beschäftigt waren. Mit der Bedeutung für die Industrie- und Rüstungsproduktion während des Zweiten Weltkrieges stieg auch die Zahl der Beschäftigten.

 

Neustart nach Kriegsende

Dennoch blieb das Werk unzerstört und bereits wenige Tage nach Kriegsende im Mai 1945 wurde die Fertigung von Schöpflöffeln, Teesieben, Quirlen und anderen Haushaltsgeräten aufgenommen. Ende November wurde das Werk jedoch fast komplett demontiert. Nur noch sechs Beschäftigte durften Güter für den täglichen Bedarf fertigen, bis die Alfred Oemig & Co. AG Mitte 1946 enteignet wurde.

Allerdings begann man wieder mit der Fertigung von Elektromotoren. Die Beschäftigtenzahl stieg in der Folgezeit kontinuierlich an. Als VEM Elektrokleinmotoren- und Gerätewerk Hartha entwickelte sich das Unternehmen zu einem der größten Elektromotorenhersteller in der früheren DDR und beschäftigte zeitweise bis zu 1200 Menschen an der Sonnenstraße und in mehreren Zweigwerken in Hartha und Umgebung. Nach dem Fall der Mauer stürzte der volkseigene Betrieb in die größte Krise der Firmengeschichte und wurde 1991 schließlich stillgelegt.

Aber schon im darauf folgenden Jahr begann der Neuanfang für den Standort, denn 1992 erwarb der Neusser Automobilzulieferer Pierburg einen Teil des Unternehmens von der Berliner Treuhandanstalt. Das erste neue Produkt, das Pierburg in Hartha mit anfangs noch sehr wenigen Mitarbeitern fertigte, war eine Vakuumpumpe moderner Bauart. Ein Jahr später, im Herbst 1993, verließen die ersten Elektromotoren für elektrische Kraftstoffpumpen das Werk. 1995 folgten Elektromotoren für Sekundärluftpumpen und kurz darauf ein Produkt, das ein Erfolgsschlager für den Standort werden sollte: Die elektrische Wasserumwälzpumpe. Es handelt sich dabei um eine Eigenentwicklung und zugleich um das erste Patent, das Pierburg für das Werk in Hartha anmeldete. Die Pumpe entwickelte sich zum Bestseller und wurde bis heute mehr als 50-millionenfach gebaut.Ebenfalls ein Erfolgsprodukt wurde eine vollelektrische regelbare Pumpe für den Hauptkühlkreislauf im Motor. Die neueste Variante dieser Kühlmittelpumpe ist zudem bereits auf den erhöhten Kühlbedarf von Hybrid- oder Elektrofahrzeugen ausgelegt.

Das Werk Hartha beschäftigt heute knapp 340 Mitarbeiter und zählt damit auch wieder zu den größten Arbeitgebern in der Region. Im Zuge der weiteren Schadstoffredu­zierung bei Verbrennungsmotoren und durch den Einsatz in modernen Motorenkon­zepten erhalten bedarfsgesteuerte Pumpen eine wachsende Bedeutung. Dies hat in jüngster Zeit zu einer Reihe von Investitionen geführt, um der hohen Nachfrage nach Pumpen ‚Made in Hartha’ zu entsprechen. Dazu zählen unter anderem auch erstmals gefertigte Produkte, wie elektrische Öl- und Vakuumpumpen, die aktuell kurz vor der Markteinführung stehen.

Umfangreiches Jubiläumsprogramm

Pierburg begeht sein 25-jähriges Standortjubiläum mit einer Vielzahl von Veranstaltungen. Vom Tag für Jubilare und Ehemalige, einem Firmen-Sommerfest, einem Tag für Familien und Freunde bis zu einer Veranstaltung, die sich an potentielle künftige Auszubildende wendet, ist ein umfangreiches Programm geschnürt worden, das dem besonderen Datum Rechnung trägt. Last but not least nimmt das Unternehmen sein eigenes Jubiläum am Standort zum Anlass, um seine Verbundenheit zur Stadt Hartha einmal mehr zu unterstreichen. So wird Pierburg am 11. Juni im Rahmen eines Fussballturniers offiziell die Namenspatenschaft für das Industriestadion in Hartha übernehmen. Es trägt künftig den Namen Pierburg Industriestadion Hartha.