Mut gefragt

Die Yungas-Straße – Erlebnis und Wagnis

Wegweiser des Todes – unzählige Kreuze am Streckenrand erinnern die Fahrer immer wieder aufs Neue daran, wie eine Tour über die Yungas-Straße enden kann. Mit bis zu 300 Todesopfern jährlich hat die Strecke in Bolivien ihrem Ruf als gefährlichste Straße der Welt zweifelhafte Ehre gemacht.

Kein Weg führt an ihr vorbei – errichtet von paraguayischen Kriegsgefangenen, existierte die risikoreiche Yungas-Straße viele Jahre als einziges Verbindungsstück zwischen La Paz und Coroico. Auch der Transport von Nahrungsmitteln und anderen Versorgungsgütern musste über die Todesstraße geregelt werden, weshalb ihr eine große wirtschaftliche Bedeutung zukommt. So hatten es vor allem Lastkraftfahrzeuge nicht leicht, die Strecke bei entgegenkommendem Verkehr zu passieren. Um etwas gegen das hohe Unfallrisiko auf der Yungas-Straße zu unternehmen, wurde bis 2006 an einer Umgehungsstraße gebaut, die seither praktisch den gesamten Kraftverkehr umleitet. Heute kommt der Todesstraße hauptsächlich eine touristische Bedeutung zu.

Eine Tour durch alle Klimazonen

Nicht nur der Ruf der Todesstraße lockt Touristen an, auch die atemberaubende Aussicht der 63 Kilometer langen Strecke verschafft den Besuchern eine Gänsehaut. Es ist eine Tour durch alle Klimazonen, von Eis und Schnee auf knapp 5.000 Metern Höhe bis zum tropischen Regenwald im Tal. Während man sich also dem Adrenalinkick beim sogenannten Downhill-Biking hingibt, sollte man nicht versäumen, auch einen Augenblick innezuhalten und einen kühlen Kopf zu bewahren. Wirft man einen Blick in den tiefen Abgrund, der in seiner warmen Farbe überhaupt nicht mehr bedrohlich erscheint, vergisst man schnell die Gefahr, die von der Strecke ausgeht.