Inside Street Scooter

KSPG-Technologie fährt mit, wenn mit dem elektrisch betriebenen StreetScooter Work Briefe und Pakete zugestellt werden

Die Deutsche Post DHL setzt u.a. im Bonner Stadtverkehr auf die Transporter der Aachener StreetScooter GmbH. Diese hat ein eigenständiges Fahrzeugkonzept rund um den Elektroantrieb realisiert. Dabei sorgen in Zukunft das Range Extender-Aggregat und das Thermomodul von KSPG für noch mehr Reichweite.

Wer bei Scootern erstmal an den Jahrmarkt denkt, liegt (fast) richtig: Die Fahrgeschäfte nutzen Elektrovehikel. Und auch die StreetScooter-Flotte fährt batteriebetrieben, sprich elektrisch. Erfinder ist die StreetScooter GmbH, ein Spin-off aus dem Umfeld der RWTH Aachen unter Leitung von Professor Dr.-Ing. Achim Kampker. Seit Mitte 2010 denken die findigen Unternehmer die Mobilität in Städten und Ballungszentren neu und haben ein eigenständiges Fahrzeugkonzept entwickelt: preisgünstige Elektroautos, die um den umweltfreundlichen Antrieb herum gebaut werden.

ELEKTRISCH, EIGENSTÄNDIG, EFFIZIENT – DER STREETSCOOTER WORK IST DIE KOMPAKTE LÖSUNG FÜR TRANSPORTWEGE VON BIS ZU 80 KILOMETERN

Das Transporter-Modell der StreetScooter-Flotte trägt den Modellnamen Work, dieser deutet auf den Einsatzzweck hin: ein „Arbeitsmittel“ für die Zustellung auf der „letzten Meile“. Die Deutsche Post DHL hatte den Aachener Ingenieuren den Auftrag gegeben, ein kompaktes Elektrofahrzeug für die Brief- und Paketzustellung zu entwickeln. Anforderungen: bis zu 300 Tage im Einsatz, bis zu 200 Stopp- und Anfahrvorgänge am Tag, ausreichendes Ladevolumen, robust und sicher. Mittlerweile bringen mehr als 50 StreetScooter Work in ganz Deutschland die Post zu ihren Empfängern. Das Aachener Unternehmen ist Anfang 2015 vom Deutsche-Post- Konzern übernommen worden. Weil neben der ökologischen auch die ökonomische Komponente im Fokus der Autobauer stand, wählten sie für den StreetScooter Work eine modulare Leichtbauweise. Sie dient als Grundlage der funktionellen Fahrzeugarchitektur und ermöglicht die einfache und zugleich wirtschaftliche Ableitung mehrerer Fahrzeugtypen sowie deren individuelle Gestaltung. Aufgrund des flexiblen Aufbaus lassen sich auch beschädigte Bauteile kostengünstig austauschen und die Service- sowie Wartungskosten reduzieren.

Mehr Reichweite dank KSPG

Bleibt die Herausforderung mit der Reichweite: Um den Einsatz des Fahrzeugs weiter auszudehnen, soll zukünftig ein Range Extender eingesetzt werden. Das von KSPG gemeinsam mit dem Entwicklungsdienstleister FEV GmbH realisierte Aggregat wird – noch – von einem Zweizylinder-Ottomotor in V-Bauweise angetrieben und als einbaufertiges Modul vormontiert. Das gestaltet die Integration in den StreetScooter Work und andere Fahrzeuge über nur wenige Schnittstellen vergleichsweise unproblematisch. Zudem ermöglicht der Range Extender den Einbau einer kleineren, preisgünstigeren Lithium-Ionen-Batterie.

DIE ENTWICKLUNG GEHT WEITER: BALD SOLL DAS BIOGAS METHAN DEN RANGE EXTENDER ANTREIBEN

Im Rahmen des Verbundprojekts „Green Rex“ arbeiten KSPG und FEV gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Chemische Technologie an einem erdgasbetriebenen Range Extender, der auf der IAA 2014 erstmalig vorgestellt wurde. Das mit dem Biogas Methan statt mit herkömmlichem Kraftstoff betankte Aggregat wird im StreetScooter getestet – ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem rein regenerativ betriebenen leichten Nutzfahrzeug.

Effizient heizen und kühlen

Ebenfalls als betriebsbereites, kompaktes System ist das Heiz- und Kühlmodul konstruiert, das KSPG gemeinsam mit einer Reihe von Kunden getestet hat. Die Innovation: Vorhandene Aggregate wie Antriebsmotor und Generator werden auf neuartige Weise als Wärmequellen genutzt. In der warmen Jahreszeit hingegen kühlt das Modul wie eine komfortable Klimaanlage. Die hohe Energieeffizienz schont die Batterie und trägt so dazu bei, dass der StreetScooter Work leise surrend Briefe und Pakete zu ihren Empfängern transportieren kann – mit einer Reichweite von 80 Kilometern.