Giganten der Gruben

Schwergewichte im Tagebau

Um an die Schätze der Erde – sei es Kohle, Kupfer, Gold oder Eisenerz– zu kommen, braucht es richtig schweres Gerät. Bagger, groß wie ein Haus, oder Muldenkipper mit dem Gewicht eines Schiffs verrichten ihren harten Dienst in den Bergwerken rund um den Globus.

Wenn der stählerne Koloss seine gigantische Schaufel ins Erdreich rammt, erbebt der Boden. Mit einer einzigen Füllung kann der Bagger 45 Kubikmeter Material bewegen – das entspricht dem Volumen von rund 400 Badewannen. Der Liebherr R9800 bringt mehr als 810 Tonnen Gewicht auf die Waage und zählt damit zu den schwersten Hydraulikbaggern der Welt. Die anderen Mitglieder dieses erlesenen Kreises kommen aus Japan – von Komatsu oder Hitachi – und von Caterpillar aus den USA. Ihr bevorzugtes Terrain ist der Bergbau, genauer gesagt: der Tagebau.

In den Minen von Australien bis Uganda arbeiten Hydraulikbagger mit riesigen Muldenkippern zusammen, um tagtäglich Hunderte Tonnen Gestein zu bewegen. Die Leistungsdaten dieser Laster sind ebenfalls erstaunlich: Der weißrussische BelAZ-75710 ist mit seiner Nutzlast von 450 Tonnen dabei der Ladungsprimus unter den Offroad-Giganten. Seine zwei MTU-Dieselmotoren mit einem Hubraum von je 65 Litern leisten zusammen satte 4.600 PS – genug, um den mehr als 20 Meter langen Titan auf bis zu 64 km/h zu beschleunigen. Die Transmission der Leistung erfolgt dabei über vier Elektromotoren von Siemens, die direkt an den Achsen sitzen.

So viel Leistung hat ihren Preis – und zwar in Form eines gewaltigen Dieseldurstes. Rund um die Welt arbeiten daher findige Unternehmen daran, nachhaltigere Antriebskonzepte zu entwickeln. Mit dem eDumper hat ein Konsortium – bestehend aus der Berner Fachhochschule BFH, der NTB Interstaatlichen Hochschule für Technik in Buchs, dem Forschungsinstitut Empa, der Kuhn Schweiz AG und der Lithium Storage GmbH – die Nase vorn. Die Schweizer haben ein vollelektrisches Fahrzeug auf der Basis eines Komatsu-Muldenkippers entwickelt, das im Mai 2018 in einem Steinbruch des Zementherstellers Vigier Ciment im Jura seinen Dienst aufgenommen hat. Wie seine dieselgetriebenen Brüder knackt auch der eDumper Rekorde: Es handelt sich nicht nur um das größte E-Radfahrzeug, der Kipper verfügt auch über die schwerste Batterie, die je in ein E-Fahrzeug eingebaut wurde: Sie wiegt 4,5 Tonnen – mehr als zwei Mittelklasse-Pkw.